Förderung der Bienenhaltung

Imker finden in Bayern eine hervorragende Infrastruktur aus kostenloser Beratung und Wissenstransfer, unabhängiger Forschung und finanzieller Förderung vor. Dank dieser Maßnahmen haben wir in Bayern eine hohe und stabile Anzahl von Imker. Erfreulicherweise sind darunter auch viele Jugendliche und Frauen. Die Fördermaßnahmen in Bayern sollen dafür sorgen, dass es Bienen und Imkern bei uns gut geht. Vor dem Hintergrund der Bedeutung der Biene für unsere Ökosysteme generell und die Landwirtschaft im Besonderen fördert Bayern mit eigenen sowie mit EU-Mitteln die Bienenhaltung.

Aktualisiert am: 27.02.2024
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Honigbiene sammelt Pollen und Nektar an einem Weidenkätzchen © Boris Mittermeier © Boris Mittermeier
Ein Imker zieht eine Wabe aus einem Bienenvolk © Maike Maser-Plag / LWG

Die Zahl der Bienenvölker liegt in Bayern derzeit bei rund 272.000 - mehr als ein Viertel der deutschen Imker und Bienenvölker. Damit liegt die Gesamtzahl aller in den bayerischen Imkerlandesverbänden organisierten Mitgliedern bei 42.000 Imkerinnen und Imker. Das sind 30 % mehr Imkerinnen und Imker als noch im Jahr 2013. Etwa ein Viertel der neu registrierten Imker sind mittlerweile Frauen. Die überwiegende Mehrheit imkert in der Freizeit. Weniger als ein Prozent der Imker sind Erwerbsimker.

Das Jahr 2024 konnte in Deutschland mit einem durchschnittlichen Ertrag von 31,6 kg/Volk die Werte aus den Vorjahren nicht erreichen. Obwohl Bayern im Vergleich der Bundesländer mit 8.900 Tonnen die höchste Produktionsmenge verzeichnet, blieb auch hier der Ertrag unter den Vorjahren.

Drei Schüler probieren selbstgeernteten Honig
Für den Nachwuchs sorgen

In Deutschland sind etwa 1.400 Imker im Alter von unter 18 Jahren registriert. Davon ist fast ein Drittel in Bayern beheimatet. Dies ist ein deutlicher Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen von Imkervereinen und der finanziellen Unterstützung des Freistaates Bayern zur imkerlichen Nachwuchsgewinnung.

Honigbiene fliegt zum Einflugloch eines Bienenstocks © C. Schüßler - fotolia.com

Der ökologische Wert der Honigbiene ist enorm. Nahezu 80% der Kulturpflanzen sind auf die Insektenbestäubung angewiesen. Im Obstanbau übernehmen die Bienen sogar rund 90% der Bestäubung. Allein in Deutschland würde die Gesellschaft bei einem Wegfall aller bestäubenden Insekten im Durchschnitt rund 3,8 Milliarden Euro pro Jahr verlieren, weltweit 1 Billion US-Dollar (siehe auch Quellenangabe am Ende). Auch im Ackerbau steigert Bienenflug den Ertrag, beispielsweise im Raps (Mehrertrag von ca. 10 dt pro ha) und bei Sonnenblumen (Mehrertrag ca. 8 dt pro ha). Viele Wildpflanzen sind zudem auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen, sie sind ein essenzielles Element in unserem Ökosystem.

Bunt blühende, artenreiche Wiese © LfL
Lebensraum für Insekten schaffen

Der volkswirtschaftliche Nutzwert der Honigbiene liegt in Deutschland bei etwa zwei Milliarden Euro. Damit ist die Biene nach Rindern und Schweinen das drittwichtigste Nutztier. Die Politik hat bereits einiges angestoßen: Mit dem Blühpakt Bayern, der deutschlandweit ersten Wildlebensraumberatung, dem Aktionsprogramm Insektenschutz und Förderprogrammen, die dazu führen, dass bereits heute jeder zweite bayerische Landwirt freiwillig an Agrarumweltmaßnahmen teilnimmt.

Insektenschutz geht nur im Schulterschluss mit der Landwirtschaft. Deshalb setzt der Freistaat Bayern weiterhin auf Kooperation und Partnerschaft. Nur im konstruktiven Dialog mit allen Akteuren kann es gelingen, Lösungen zu entwickeln, die die Biodiversität stärken und zugleich die bäuerlichen Betriebe zukunftsfähig machen.

Ziel der Förderung der Bienenhaltung in Bayern ist insbesondere die Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen für Bienenzuchterzeugnisse. Die starke Nachfrage zeigt, dass das Förderangebot in hohem Maße den Bedürfnissen der Imker entspricht.

Fördermaßnahmen in Bayern

Eine Biene auf einer gelben Blume und sammelt Pollen. © Dr. Ingrid Illies, LWG

Die Förderung basiert auf der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 und der jeweils gültigen Fassung der Richtlinie zur Förderung der Bienenhaltung, insbesondere zur Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen für Bienenzuchterzeugnisse, Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die Europäische Union beteiligt sich mit bis zu 50% an den beihilfefähigen Ausgaben - sogenannte kofinanzierte Maßnahmen. Darüber hinaus können die Mitgliedsstaaten nach bestimmten Vorgaben weitere Maßnahmen anbieten, die ausschließlich mit Landesmitteln finanziert werden (Landesmaßnahmen).

Das Bienen-Team im Kompetenzzentrum für Förderprogramme in Marktredwitz arbeitet mit dem Institut für Bienenkunde und Imkerei der LWG, mit seiner Fachberatung und mit ehrenamtlichen Unterstützern zusammen.

Der Nachfrage nach heimischem Bio-Honig soll entsprochen werden.
  • Fortbildung der Imker durch Vereine, Öko-Imker
Möglichst viele Imker sollen Bienen halten, um die flächendeckende Bestäubung in Bayern zu gewährleisten.
  • Investive Maßnahmen, Imkern auf Probe, Imkern an Schulen
Bienenvölker sollen gesund, friedlich und leistungsstark sein.
  • Fortbildung der Imker durch Vereine, Standbesuche, Belegstellen
Wer Bienen hält, soll die Bedürfnisse der Bienen kennen.
  • Investive Maßnahmen, Fortbildung der Imker durch Vereine, Öko-Imkern
Das Prinzip der Regionalität soll gestärkt werden (Aus der Region, für die Region).
  • Fortbildung der Imker durch Vereine, Investive Maßnahmen
Fördervolumen in der investiven Maßnahme 2024 Fördervolumen
Fördervolumen

Das Fördervolumen ist seit 2014 stetig gestiegen und wurde in den Jahren 2020 und 2021 wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen bei etwa 850.000 Euro ausgebremst. Im Jahr 2024 stieg das Fördervolumen auf über 1.700.000 €, so hoch wie nie zuvor. Es handelt sich um Zuwendungen an die Imker, Vereine und Schulen. Die Kosten für die staatliche Fachberatung, für die Analysen und die Forschung sind hier nicht eingerechnet. Im Jahr 2024 bot Bayern insgesamt acht Fördermaßnahmen zur Unterstützung der Bienenhaltung an.

Fördervolumen 2023 - tabellarischer Überblick
Summe
1.771.392 €
Förderung von Forschungsvorhaben
174.849 
Investive Maßnahmen
774.547 €
Fortbildungen
262.000 €
Bienenbelegstellen
141.792 €
Standbesuche
37.544 €
Imkern auf Probe
189.400 €
Imkern an Schulen
74.400 €
Öko-Imkern
116.860 €

Zwei EU-kofinanzierte Maßnahmen:

Am Entdeckelungsgerät wird die dünne Wachsschicht auf den Honigwaben entfernt

Honig ist ein naturbelassenes und sehr reines Lebensmittel. Um wirtschaftlich und hygienisch einwandfrei produzieren zu können und um einen hohen Qualitätsstandard zu erreichen, sind hochwertige Geräte zur Honig- und Wachsgewinnung nötig. Mit der Anschaffung moderner Gerätschaften wird zudem häufig eine erhebliche Minderung der körperlichen Belastung und ein Beitrag zur Zeiteinsparung erzielt. Daher unterstützt der Freistaat Bayern die Bienenhalter mit Zuschüssen zur Anschaffung der Geräte zur Honig- und Wachsgewinnung.

In der Honigschleuder wird der Honig aus den Waben geschleudert

Das Mindest-Investitionsvolumen für eine Zuwendung beträgt 700 Euro netto. Die Förderung beträgt seit dem Jahr 2024 bis zu 40 Prozent der förderfähigen Netto-Anschaffungskosten. Im Jahr 2024 wurde 845 Imkern eine Zuwendung für investive Maßnahmen ausgezahlt. Somit konnten in diesem Jahr rund 38% mehr Imker gegenüber dem Vorjahr (611 geförderte Imker) unterstützt werden. Etwa ein Viertel der Zuwendungsempfänger sind Imker-Anfänger sowie ein Drittel sind weiblich. Im Durchschnitt wurden fünf Gerätschaften mit etwa 900 Euro gefördert.

Das Fördervolumen war in der investiven Maßnahme im Jahr 2024 mit rund 774.000 Euro mehr als doppelt so hoch als im Vorjahr. Der Fördersatz wurde von 30 auf 40% erhöht.

Im Jahr 2024 konnte mit 40% der Nettokosten der maximale Fördersatz bewilligt werden.

Förderung

Eine wichtige Aufgabe der Imkervereine ist es, den Mitgliedern Fortbildungen anzubieten, die den aktuellen Wissensstand widerspiegeln. Die Nachfrage hatte sich in den letzten Jahren auf hohem Niveau stabilisiert. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie gab es in den Jahren 2020 und 2021 jedoch einen Einbruch der Fortbildungen um mehr als 60%. Seit dem Jahr 2020 werden auch online-Veranstaltungen gefördert. Nachdem sich das Fördervolumen im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte, konnte in den Jahren 2023 und 2024 nochmals eine erhebliche Steigerung realisiert werden. Für entsprechende Schulungen mit qualifizierten Referenten erhalten die Imkervereine einen gestaffelten, teilnehmerorientierten Zuschuss. Die Förderhöhe wurde im Jahr 2024 angehoben. Im Jahr 2024 wurden etwa 1.300 Veranstaltungen mit einer Summe von 262.000 Euro gefördert, so viel wie nie zuvor. An diesen Veranstaltungen nahmen rund 35.000 Personen teil. Im Durchschnitt erhielten Imkervereine für jede durchgeführte Fortbildung fast 210 Euro.

Fünf nur mit Landesmitteln finanzierte Maßnahmen:

Im Jahr 2023 wurden für die Bienenzucht rund 76.000 Euro ausgezahlt.

Bienenvölker sollen gesund, friedlich und leistungsstark sein. Deswegen unterstützt der Freistaat Bayern staatlich anerkannte Belegstellen bei der Züchtung von Bienenvölkern, die in besonderem Maße diesen Anforderungen entsprechen. Die Belegstellen erhalten für jede angelieferte Bienenkönigin einen Zuschuss von zwei Euro. Seit 2024 wird zusätzlich die Bereitstellung von Drohnenvölker mit 100 € je Volk unterstützt. Im Jahr 2024 wurden für die Bienenzucht rund 141.000 Euro ausgezahlt, so viel wie nie zuvor.

2023 wurden für Standbesuche über 23.000 Euro ausgezahlt.

Bienensachverständige besuchen die einzelnen Imker vor Ort und unterstützen diese und die Veterinärverwaltung ehrenamtlich bei der Bekämpfung von Bienenkrankheiten, z.B. der amerikanischen Faulbrut. Dafür erhielten die BSV im Jahr 2024 vom Freistaat Bayern einen erhöhten Zuschuss von 5,00 Euro je betreutem Bienenvolk. Für jeden Standbesuch wurden mindestens 50 Euro und max. 100 Euro bezahlt. Im Jahr 2024 wurden für Standbesuche durch staatlich anerkannte Bienensachverständige über 37.000 Euro ausgezahlt, so viel wie nie zuvor.

Die Maßnahme "Imkern auf Probe" trägt dazu bei, Menschen für die Bienenhaltung zu begeistern. Mit dem Imkern auf Probe können Interessenten unverbindlich in die Imkerei hineinschnuppern.

Imker zeigt Bienen auf einer vollen Wabe

Voraussetzung ist der Besuch eines Theoriekurses (auch online möglich) und die eigenständige Betreuung eines Bienenvolkes. Personen, die sich für die Bienenhaltung interessieren, wenden sich an einen Imkerverein und werden Imker auf Probe. Im Laufe der Monate erhalten sie unter fachlicher Anleitung eines erfahrenen Imkers (Pate) Einblick in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Imkerei. Nach Ablauf des ersten Jahres kann ein weiteres, förderfähiges Probeimkerjahr absolviert werden. Nach zwei Jahren endet die Probezeit.

über 2.300 Probeimker und Zuschüssen in Höhe von mehr als 236.000 Euro

Seit 2008 werden Imkervereine, die das Imkern auf Probe anbieten und damit den Imkernachwuchs unterstützen, mit 100 Euro je Probeimker gefördert. Die Zahl der Probeimker steigt seit 2008 kontinuierlich an, dabei sind etwa ein Drittel der Teilnehmer Frauen. Erst aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen im Jahr 2020 gab es einen Einbruch bei der Gewinnung von Jungimker. Die Imkervereine haben 2024 fast 1.900 Probeimkern die Bienenhaltung nähergebracht und wurden dabei mit Zuschüssen vom Freistaat Bayern in Höhe von mehr als 189.000 Euro unterstützt. Die Anzahl der Probeimker stieg seit dem Wegfall der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen zunächst an, stabilisiert sich nun offensichtlich in einem Korridor zwischen 1.500 und 2.000 Probeimker.

Schüler am Bienenstand

Auch Imker brauchen Nachwuchs. Deshalb liegt es nahe, bereits Schulkinder an die Bienenhaltung heranzuführen und sie für die Imkerei zu begeistern. Immer mehr Schulen bieten entsprechende Wahlkurse an. Kinder und Jugendliche werden durch die Betreuung eines Bienenvolkes für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und den großen ökologischen Wert der Honig- und Wildbienen sensibilisiert. Die Schülerinnen und Schüler lernen in der Arbeitsgruppe Imkerei alle Arbeiten rund um das Bienenjahr kennen.

 Im Jahr 2023 wurden mit 170 Schulen mit insgesamt 51.000 Euro gefördert.

Dieses Engagement wird vom Freistaat Bayern seit 2024 mit einem Zuschuss von 400 Euro pro Schuljahr (bis 2023: 300 €) unterstützt. Antragsberechtigt sind alle staatlich anerkannten Schulen. Im Jahr 2024 wurden 186 Schulen mit insgesamt 74.400 Euro gefördert. Die Zahl der geförderten Schulen stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 10%.

Damit ein Lebensmittel das Öko-Siegel tragen darf, muss es besondere Qualitäts-Standards erfüllen. Bienenhalter, die ihre Imkerei-Produkte mit dem Öko-Label kennzeichnen dürfen, unterziehen sich regelmäßiger Kontrollen gemäß der EG-Öko-Verordnung (EU) 2018/848. Seit 2024 erhalten sie für diesen Mehraufwand nicht mehr den pauschalen Zuschuss in Höhe von 200 Euro pro Jahr, sondern eine Unterstützung in Abhängigkeit der Völkerzahl. Zusätzlich wird seit 2024 bei der Umstellung auf die ökologische Bewirtschaftung eine einmalige finanzielle Unterstützung ausgezahlt.

2023 wurden 256 Imker mit einer Summe von insgesamt 51.200 Euro unterstützt.

2024 wurden 223 Imker mit einer Summe von insgesamt 116.860 Euro unterstützt. Der Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren ist auf die Erhöhung der Basisförderung, der erstmaligen Einführung einer Umstellungsförderung (von konventionelle auf ökologische Betriebsweise) sowie auf die Einführung einer völkerabhängigen Staffelung der Förderung zurückzuführen.

Ausblick

  • Mit der neuen Richtlinie wurden bei einigen Fördermaßnahmen die Förderkonditionen ab dem Förderjahr 2024 verbessert. Die Anpassung der Förderbeträge bzw. -sätze steigerte die Attraktivität der einzelnen Fördermaßnahmen, wodurch die Inanspruchnahme zugenommen hat. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Nachfrage nach diesen Fördermaßnahmen auf hohem Niveau stabilisiert.
  • Ab dem Förderjahr 2025 werden alle Fördermaßnahmen in der Bienenhaltung auf eine digitale Antragstellung und Verwaltungskontrolle umgestellt. Die papierlose Kommunikation zwischen Imker und Verwaltung soll die Prozesse vereinfachen, beschleunigen und auf beiden Seiten Ressourcen einsparen.
  • Darüber hinaus wird Bayern ab dem Jahr 2025 eine Fördermaßnahme neu implementieren, um Bienenvölker von der Asiatischen Hornisse zu schützen.

Name:
Ansprechpersonen
Adresse:
Abteilung Kompetenzzentrum Förderprogramme Sachgebiet K 3 - Produktbeihilfen Martin Wimmer Tomas Rödel, Ingrid Reichert, Patricia Wolf, Ute Schneider

Quellen