Folgen der Corona-Krise
Digitalisierungsschub für die Beratung?

Leuchtende Glühbirne pendelt auf vier andere zu © magele-picture - stock.adobe.com

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In der Aus- und Fortbildung der Berater werden die Themen Blended Counseling, Online-Beratung, digitaler Hofakt und Webinare schon einige Zeit diskutiert. Die Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Epidemie geben uns einen aktuellen Anlass, dort jetzt kurzfristig digitale Methoden an der FüAk zu integrieren. Die aktuelle Corona-Krise beschleunigt diesen Prozess.

Blended Counseling ist die Kombination von persönlicher Beratung und digitalen Tools. Der Berater klinkt sich zum Beispiel über Screensharing am Computer des Landwirts ein und arbeitet mit diesem gemeinsam an Pflanzplänen, Betriebskonzepten oder Förderanträgen. Beliebige Dokumente können so über die Distanz gesichtet und gemeinsam bearbeitet werden.
Wenn die Beratungsarbeit konsequent digitalisiert werden soll, gehört in Zukunft auch ein an iBalis angedockter digitaler Hofakt dazu, der ortsunabhängig, zum Beispiel auch am Tablet auf dem Betrieb, eingesehen werden kann. Bei der Online-Beratung werden Beratungsgespräche über Videokonferenztools wie FaceTime, Teams, WhatsApp, Skype, Zoom, Adobe Connect oder WebEx geführt. Neben den technischen Hürden gibt es datenschutzrechtliche Schwierigkeiten beim Einsatz dieser digitalen Tools. Auch die Sicherheit des Behördennetzes ist zu gewährleisten

Anwärterausbildung per Webinar

Webinare werden vom Technologie- und Förderzentrum (TFZ) Straubing bereits sehr erfolgreich angeboten. Die Webinarsoftware Edudip steht der FüAk seit Ende März 2020 zur Verfügung. Das fünftägige Betriebsplanungsseminar für die Anwärter der 3. Qualifizierungsebene in der Landwirtschaftsverwaltung des Einstellungsjahrgangs 2019 vom 20.-24.4.2020 ist ein Beispiel: Es wird gemeinsam mit der Hauptreferentin Irene Faulhaber von der LfL kurzfristig vollständig von einem Präsenzseminar auf ein Online-Webinar umgestellt, weil es in die Zeit der Corona-Ausgangsbeschränkungen fällt. So ist die Teilnahme aus dem Homeoffice möglich.
Erfahrungen sammeln und evaluieren
Einen vollständigen Ersatz des Präsenzseminars mit Betriebsbesuch, intensivem Austausch beim kreativen Entwickeln von Ziellösungen für einen realen landwirtschaftlichen Betrieb und das Lernen in Kleingruppen wird die Onlinevariante nicht leisten können. Das aus der Not heraus geborene Webinar liefert uns aber wichtige Erfahrungen beim Einsatz von digitalen Lernmethoden. Gemeinsam mit den Anwärtern soll das Webinar in dieser Hinsicht evaluiert werden.

Lernen für die digitale Zukunft

Genau diese Diskussion, welche Inhalte der Beraterausbildung gegebenenfalls auch digital oder im Selbststudium vermittelt werden können und welche Inhalte weiterhin zwingend in einem Präsenzseminar geschult werden sollten, wird aktuell in der Abteilung Bildung der Führungsakademie geführt.
Zur konzeptionellen Entwicklung von neuen beratungsmethodischen Schulungsinhalten zur digitalisierten Beratung wird ein Projekt erforderlich sein, in dem ermittelt wird, welche Beratungsinhalte sich gegebenenfalls für eine Onlineberatung anbieten, wie eine Onlineberatung technisch umzusetzen wäre und an welcher Stelle eine Kombination von Face-to-Face-Beratung und digitalem Medieneinsatz Sinn macht. Daraus lässt sich dann gezielt der digitale Qualifizierungsbedarf in der Aus- und Fortbildung der Berater ableiten.

Ansprechpartner
Pablo Asensio und Thomas Mirsch Sachgebiet B1 Ausbildung