Wem gehören Bilder im Netz?
Vorsicht vor der Bilderfalle

Mann malt Copyright-Symbol

© Olivier Le Moal - fotolia.com

Schnell ist ein Bild aus dem Netz heruntergeladen und verschönert die eigene Präsentation – dabei wird jedoch fast immer etwas übersehen: das Urheberrecht. Teure Abmahnungen und Schadensersatzforderungen sind die Folge.

Wem gehört ein Bild? Um Abbildungen – ob Grafik, eigenes oder fremdes Foto, Zeichnung, Film- oder Videoaufnahme – verwenden zu können, müssen vorher die Rechte geprüft sein. Im deutschen Urheberrecht ist jedes Foto - auch ein noch so verwackelter Urlaubsschnappschuss - mit der Entstehung automatisch zugunsten des Urhebers (derjenige, der das Foto erstellt hat) geschützt.
Der Urheber entscheidet über die Verwendung
Wer fremde Bilder verwendet, braucht dafür die Berechtigung. Der Urheber kann diese erteilen, das Urheberrecht bleibt aber bei ihm selbst. Vor allem im Web können unberechtigte Bildübernahmen sehr schnell aufgespürt werden, dafür genügt zum Beispiel die Google-Bildersuche. Wenn Sie ein Bild verwenden wollen, müssen Sie daher immer den Urheber auffinden, kontaktieren und um schriftliche Freigabe zur Veröffentlichung bitten. Zudem muss in der Regel bei der Veröffentlichung der Fotograf genannt werden. Der fehlende Verweis kann Grund für eine Abmahnung sein. Das gilt auch für Abbildungen, die in PDF-Dokumenten verwendet werden.
Abgebildete Personen um Erlaubnis fragen
Zeigt das gewünschte Bild eine andere Person, müssen Sie noch etwas bedenken: Das Recht am eigenen Bild schützt Personen gegen die Verbreitung von Abbildungen, auf denen sie dargestellt sind. Nach dem Kunst-Urheber-Gesetz müssen Abgebildete der Veröffentlichung zustimmen, wenn sie individuell erkennbar dargestellt sind.
Bei Minderjährigen gilt: Die Zustimmung beider Erziehungsberechtigter ist für die Veröffentlichung immer erforderlich. Ein Formular finden Mitarbeiter des Geschäftsbereichs im Mitarbeiterportal unter dem Thema Öffentlichkeitsarbeit / Bilder und Bildrechte.
Ausnahmen vom Genehmigungsgebot können sein:
  • Die fotografierte Person stimmt bereits im Voraus zu.
  • Die Person wird für die Abbildung bezahlt.
  • Fotos mit mehreren Personen (in der Regel mehr als vier), die in der Öffentlichkeit gemacht werden und die keine Person besonders herausstellen – zum Beispiel Besucher bei einem Tag der offenen Tür.
  • Zufälliges Herumstehen zum Beispiel bei der Aufnahme einer Landschaft oder einer denkmalgeschützten Häuserfront in der Stadt ("Beiwerk zur Landschaft"). Eine Grenze ist dann überschritten, wenn die dargestellte Person klar zu erkennen ist oder im Mittelpunkt des Bildes steht.
  • "Personen der Zeitgeschichte", das heißt Personen, die sich bewusst in der Öffentlichkeit bewegen – zum Beispiel Politiker oder Redner einer öffentlichen Veranstaltung.
Verwendungsbestimmungen auch der Agenturen unbedingt beachten
Auch bei Bildagenturen, die Fotos im Internet vermarkten, gilt es in Sachen Nutzungsrechte ganz genau hinzusehen. Oft beschränken diese die Lizenz an den Bildern gehörig. Das kann zum Beispiel in der Art der Verwendung sein (z.B. nur für Printprodukte), in der Einsatzhäufigkeit oder -dauer, im Verbreitungsgebiet (besonders schwierig zu kontrollieren im world wide web), oder sie verbieten das Einstellen in sozialen Medien.
Sogar eine themenbezogene Verwendung der Bilder kann der Urheber oder die Agentur festlegen, wie es beispielsweise eine Fotodatenbank der Europäischen Kommission macht: Die Bilder dort dürfen kostenlos nur für die Herstellung von Werbematerial für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft in der Europäischen Union verwendet werden.
Klarheit schafft in jedem Fall nur ein genauer Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Lizenzbestimmungen. Nahezu ausnahmslos ist auch bei den Bildagenturen ein Copyright-Hinweis von Fotograf und Agentur zwingend erforderlich.
Fazit: Achten Sie auf die Rechte anderer, sonst riskieren Sie teure Abmahnungen und Schadensersatzforderungen.

Checkliste:

  • Liegt eine Einwilligung des Urhebers vor oder ist das Bild für eine Nutzung freigegeben?
  • Ist der beabsichtigte Verwendungszweck von der Einwilligung oder der Nutzungslizenz abgedeckt?
  • Ist die Einwilligung abgebildeter Personen vorhanden bzw. entbehrlich?
  • Sind Quellen- oder Urheberangaben erforderlich?

Ansprechpartner
Oliver Werner
E-Mail: poststelle@fueak.bayern.de

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