Staatliche Führungsakademie feiert 60-jähriges Bestehen – Festakt mit Staatsministerin
Den Herausforderungen der Landwirtschaft begegnen

Ministerin und Präsidentin in der ersten Reihe des Publikums

Seit 60 Jahren gibt es die Staatliche Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (FüAk). Die Herausforderungen der Landwirtschaft im Freistaat waren und sind stets auch die der Behörde: In der Nachkriegszeit galt es, im Agrarland Bayern ausreichend Nahrungsmittel zu angemessenen Preisen zur Verfügung zu stellen und mit dem technischen Fortschritt mitzuhalten. Heute geht es darum, dem Klimawandel, dem Artenschwund und den gewandelten gesellschaftlichen Ansprüchen zu begegnen.

Die FüAk ist Dienstleister innerhalb der Landwirtschaftsverwaltung und trägt dazu bei, dass unter anderem das Staatsministerium, die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) sowie die Fachschulen im Agrarbereich erfolgreich arbeiten können. Am 2. Oktober 2019 lud die Behörde in Landshut zu einem Festakt.
"Wenn eine Verwaltung so viele Kompetenzen bündelt, kommt man gerne zum Geburtstag", sagte Staatsministerin Michaela Kaniber. Die FüAk sei eine Kaderschmiede. Sie organisiere beispielsweise die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den Landesanstalten und am Ministerium. Kaniber verwies auf die 146 jungen Nachwuchsbeamten, die derzeit in Ausbildung sind: "Jeder Referendar und Anwärter startet seine Laufbahn an der FüAk."
Digitale Prozesse
Die digitale Transformation fordere auch die Verwaltung. Die Abteilung Informations- und Kommunikationstechnik der FüAk entwickle unter anderem das Internetportal iBalis weiter, über das Landwirte jährlich mehr als 100.000 Mehrfachanträge vollständig elektronisch einreichen. Mittelfristig müssten jedoch alle Förderverfahren digitalisiert werden. "Wir können es uns nicht leisten, dass uns die Wirtschaft hier vorauseilt. Der Staat muss auf Augenhöhe bleiben!", sagte Kaniber.
Themenschwerpunkte
Biodiversität, Gewässerschutz, Tierwohl und Klimawandel – auch diese Themen fordern nach Aussage von Michaela Kaniber die Verwaltung: "Die Landwirte und Waldbesitzer brauchen mehr denn je unsere Unterstützung. Die Gesellschaft erwartet, dass der Staat seine Ressourcen zur Problemlösung einsetzt." Es gelte, die Innovationskraft der Agrarwirtschaft und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe weiter zu stärken. "Dazu gehört auch, dass wir unseren Betrieben wieder Planungssicherheit geben", erklärte die Ministerin.
Gründerzeit
Präsidentin Ingeborg Bauer skizzierte die Landwirtschaft im Gründungsjahr der FüAk. Die landwirtschaftlichen Betriebe seien damals für die Familien die einzige Einnahmequelle und die soziale Absicherung gewesen. Wo heute ein Betrieb stehe, seien es früher vier gewesen, sagte Bauer. Der Junglandwirt habe sein Wissen vom Vater erhalten. "Das war in der Zeit des Umbruchs nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr ausreichend. Der Bildungsstand in der Landwirtschaft hat mit dem technischen Fortschritt nicht mitgehalten", betonte Bauer. Um Berater und Lehrer zu schulen, die wiederum die Landwirte unterstützen und weiterbilden, gründeten vier Personen im Jahr 1959 die FüAk in Dachau. Die neue Behörde, die ab 1971 ihren Sitz in München hatte, schulte das Personal an den Landwirtschaftsämtern in Bayern.
Heute ist die Behörde in Landshut in der Porschestraße angesiedelt und zählt 270 Mitarbeiter. Mit der Heimatstrategie der Staatsregierung kamen weitere Standorte in Regen, Münchberg, Marktredwitz und München dazu.
Bereit für weitere Aufgaben
Der Staatsministerin gab Bauer mit auf den Weg: "Wir sind eine ausbaufähige Organisationseinheit für die Zukunft". Die FüAk habe gute Erfahrungen damit, Aufgaben zentral zu erledigen, Anforderungsanalysen zu erstellen und Arbeitsprozesse zu optimieren.
Programm aus eigenen Reihen
Den Festakt gestaltete die FüAk mit Personen aus den eigenen Reihen. Sabine Greindl, Dozentin in der Abteilung Bildung, moderierte. Dr. Horst Neuhauser, Abteilungsleiter Information und Kommunikationstechnik, referierte über "Verwaltung 4.0". Er appellierte vor allem an die Führungskräfte, digitale Kompetenzen vorzuleben, zu fördern und einzufordern: "Wenn Sie nicht dahinterstehen, können wir gleich aufhören. Sie sind der entscheidende Faktor." Professor Dr. Michael Suda vom Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik an der Technischen Universität München, Kooperationspartner der FüAk, übernahm den kabarettistischen Abschluss mit "Episoden aus dem DigiTal."
Ministerin und Präsidentin

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Ministerin Kaniber am Rednerpult

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Gruppenbild Ministerin, Präsidentin und Referenten

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Staatsministerin, Präsidentin, Referenten und Abteilungsleiter der FüAk

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Drei Frauen musizieren mit Geige, Cello und Klavier

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Mann spricht gebeugt zu zwei Frauen in weißen Kitteln. Davor Publikum

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