Neuer Geschäftsführer des LKP zu Gast an der Führungsakademie
Künftige Zusammenarbeit ausgelotet

Gerhard Röhrl, der neue Geschäftsführer des Landeskuratoriums für pflanzliche Erzeugung in Bayern e. V. (LKP), besuchte am 7. Dezember 2016 die Staatliche Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (FüAk). Im Vordergrund stand die künftige Zusammenarbeit zwischen der Bildungseinrichtung des Landwirtschaftsressorts und der Selbsthilfeeinrichtung LKP.
Schnittmenge sind derzeit zweitägige Fortbildungen der FüAk zur pflanzlichen Erzeugung für staatliche Berater und LKP-Berater. Sie laufen seit Jahren und sollen fortgeführt werden, so Präsidentin Bauer. Die Seminarteilnehmer würden die fachliche Fortbildung, aber auch den Meinungs- und Erfahrungsaustausch sehr schätzen.
Der neue LKP-Geschäftsführer sieht für seine Einrichtung aber auch bei den beratungsmethodischen und außerfachlichen Kompetenzen Aus- und Fortbildungsfelder. "Eine, maximal zwei Personen pro Jahr könnten an der Anwärter- oder Referendarausbildung teilnehmen", so Josef Wein, Leiter der Abteilung Bildung.
Martina Rabl, Leiterin des Sachgebietes Fachunterstützung, fachliche Fortbildung Landwirtschaft und selbst Dozentin, pflegt seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern. Sie empfahl eine Qualifikation nach CECRA. Herr Röhrl nahm dies sehr positiv auf. Bei einer der nächsten LKP-Gremiumssitzungen wird Martina Rabl diese Qualifikations- und Kompetenzentwicklung für Beratungskräfte im Ländlichen Raum Europas vorstellen. Auch wird ein Vertreter des LKP bei dem für 2017 geplanten bayerisch-österreichischen Berateraustausch teilnehmen. Österreich hat bei der staatlich geförderten Beratung verpflichtend ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt – das will man sich gemeinsam anschauen.
In dem angeregten und sehr offenen Austausch kamen die Anforderungen an die Beratung und die Beraterinnen und Berater, die Potentiale der Verbundberatung, aber auch noch vorhandene Hemmnisse und Schwierigkeiten zur Sprache. Auf den neuen Geschäftsführer warten große Herausforderungen in einer über viele Jahrzehnte gewachsenen und gefestigten Selbsthilfeeinrichtung. Geänderte Rahmenbedingungen, insbesondere im Bereich der staatlichen Förderung, erfordern entsprechende Anpassungsprozesse. Einerseits besteht Bedarf an spezialisierter, hochprofessioneller Pflanzenbauberatung, andererseits muss der Beratungsmarkt diese Dienstleistung auch angemessen honorieren.
Deshalb sei es wichtig, Synergien, die sich aus strukturellen Veränderungen ergeben, zu nutzen und Schnittstellen sowie die Zusammenarbeit mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der Landesanstalt für Landwirtschaft und anderen Partnern zu optimieren, so Präsidentin Bauer. Röhrl sei ein Stratege und habe beim Bundesverband der Maschinenringe e. V. viel Erfahrung in Organisations- und Personalentwicklung gesammelt. Von Vorteil dürfte für den Diplomagraringenieur von der TU München-Weihenstephan auch seine Ausbildung zum Systemischen Coach sein.